Enoshima – Rolltreppen zu den Wolken

Enoshima und Kamkura – Im Herzen Shonans
Nahe Kamakura, auf halber Strecke der Enoden-Line, liegt die kleine Insel Enoshima. Sie liegt so nahe an der Küste, dass eine 600m lange Brücke ausreicht, sie mit dem Festland zu verbinden.
Enoshima liegt in der Ferienregion Shonan. Die schönen Sandstrände und die malerische Landschaft laden gerade im Sommer viele Touristen aus Tokio und Yokohama zum verweilen ein.

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Gedenkstein.

Wir haben uns dieses Jahr den Herbstanfang, in Japan ein Feiertag, ausgesucht, Enoshima mit einem Besuch zu beehren.

Tsurugaoka Hachiman Schrein
Zunächst jedoch haben wir einen kleinen Abstecher nach Kamakura gemacht, um den Tsurugaoka Hachiman Schrein, den wichtigsten Schrein in Kamakura, zu besichtigen. Man mag es kaum glauben, dass ich nun schon drei Mal in Kamakura war und den Tsurugaoka Hachiman Schrein noch nicht gesehen habe. Da trifft es sich gut, dass wir eh in Kamakura von der Yokosuka-Line in die Enoden-Line umsteigen müssen. Da kann man dann auch direkt kurz aus dem Bahnhof raus und die lange Einkaufsstraße mit ihren vielen kleinen Läden entlang zum Schrein schlendern.

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Tsurugaoka Schrein.

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Sammlung tragbarer Schreine.

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Ein Teich voller Lotus.

Zurück durch die Einkaufsstraße und gestärkt mit einer Kamakura-Wurst (scheinbar berühmt) ging es zum Bahnhof.

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Ein leckeres Kamakura-Würstchen gefällig?

Hier an der Station der Enoden-Line warteten schon viele Touristen sehnsüchtig auf die Bahn, die sie zu den Sehenswürdigkeiten Hase-dera-Tempel oder Daibutsu bringen sollte. Während wir auf dem Weg zur Station „Hase dera“ wie Sardinen in der Büchse standen, wurde es nach dieser Station sehr, sehr einsam in der Tram.

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Mit der Enoden-Line Tram nach Enoshima.

Und so zuckelten wir, gemütlich auf weichen Polstern sitzend, entlang der Küste und quasi durch die Gärten der Anwohner zur Station Enoshima.

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Die Bahnstation Enoshima.

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Auch den kleinen Vögelchen wird es manchmal kalt.

Die Insel in der Bucht – Enoshima
Hier angekommen war es ein knapp zwei Kilometer Fußmarsch durch eine Fußgängerzone und über eine Brücke bevor wir auf der Insel Enoshima angekommen waren.

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Eine kleine Erfrischung.

War es schon recht voll auf der Brücke, stauten sich hier im kleinen Ort am Eingang der Insel die Besucher. So ist es eben in Japan an einem Feiertag mit warmem und sonnigem Wetter: Es ist voll! Überall!

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Ab auf die Insel!

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Ich glaube, es ist voll…

Im Schneckentempo wälzten wir uns durch die kleinen Gassen vorbei an Läden mit Handwerkskunst und kulinarischen Spezialitäten und gelangten doch noch zum Eingangstor zum Schrein.

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Das Eingangstori zum Enoshima-Schrein.

Rolltreppe aufwärts
Aufgrund des heißen Wetters und unserer Fußfaulheit (wir warn ja schon wat gelaufen) und weil es da und besonders ist, nahmen wir die Rolltreppe nach oben.
Ja, richtig gelesen! Um den Berg in Enoshima zu erklimmen, gibt es überdachte Rolltreppen. 3 Stück an der Zahl, die die einzelnen Schreine miteinander verbinden.
Diese sind kostenpflichtig, aber es gibt die Möglichkeit, Kombi-Tickets für Rolltreppen, Samuel-Cocking-Garten, Höhlen und Leuchtturm zu kaufen. Wir entschieden uns für die Rolltreppen/Garten/Leuchtturm-Kombination und glitten so bergan dem ersten Schrein (Hetsunomiya) entgegen.

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Rolltreppe im Berg.

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Der Drache, der Wohlstand verheißt.

Von hier ging es durch den Blumengarten und mit der zweiten Rolltreppe zum Nakatsunomiya. Die dritte und letzte Rolltreppe brachte uns dann zum Gipfel Enoshimas. Von hier hatte man einen wunderbaren Ausblick auf das Meer.

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Blick vom Blumengarten auf den Yachthafen.

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Wegweiser.

Samuel-Cocking-Garten und Leuchtturm
Oben auf dem Gipfel von Enoshima thront der Samuel-Cocking-Garten. Samuel Cocking, ein britischer Händler, legte diesen Botanischen Garten an. Von seinem großen Gewächshaus, das bei dem großen Kanto-Beben zerstört wurde, sind nur noch die Grundmauern zu besichtigen. Jedoch bietet der Garten eine Vielzahl an tropischen und einheimischen Pflanzen.

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Im Samuel-Cocking-Garten.

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Blick auf die „Sea Candle“

Auf dem höchsten Punkt der Insel und im Zentrum des Gartens steht der Leuchtturm. Er sieht wie eine überdimensionale Fackel aus und wird auch als „Sea Candle“ also Meereskerze bezeichnet. Von seiner Aussichtsplattform, die etwa 120 Meter über Meereshöhe liegt, hat man einen wunderbaren Rundumblick auf die Izu-Halbinsel, die Berge von Hakone bis hin zum Landmark Tower in Yokohama. Und wenn es das Wetter besonders gut mit einem meint, kann man sogar Mount Fuji sehen.

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Blick in Richtung Yokohama und Tokio.

Während wir uns in die Schlange zum Aufzug einreihten, der uns zur Aussichtsplattform bringen sollte, wurde uns die Wartezeit von den Hula-Tänzerinnen und Tänzern verkürzt, die gleich auf der anliegenden Wiese an einem Hawaii-Tanz-Festival teilnahmen. Die Wartenden in der Schlange waren so verzückt von den Darbietungen, dass sie vergaßen, weiterzugehen. So entstanden Lücken in der Schlange, welche von den sichtlich gestressten Anweisern durch freundliche, aber sehr bestimmte Hinweise an die Wartenden doch weiterzugehen, geschlossen wurden. Eine Warteschlange darf halt keine Lücken haben.

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Hula-Tänzerinnen.

Der Blick von der Aussichtsplattform war wirklich großartig. Auch wenn wir kein Glück hatten, den Fuji zu sehen.

Krebsburger
Gleich außerhalb des Gartens und mit wunderschönem Blick liegt ein Restaurant italienischer Ausrichtung. Liest man die typischerweise ausliegende Speisekarte, so sieht man nichts besonderes und verspürt nicht viel Lust hineinzugehen. Zumal nur ein paar Meter entfernt ein Schnellimbiss der langen Prozession Wartender frittierten Oktopus kredenzt.

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Es scheint was Gutes zu geben…

Doch es gibt ein Geheimnis im Restaurant italienischer Provenienz, welches nur den Eingeweihten in die kulinarischen Genüsse bekannt ist: Der Krebsburger! Er steht auf einer Sonderkarte, die nur nach betreten des kulinarischen Tempels offenbart wird. Da wir in einem komplizierten Ritual von einem Logenbruder in das Geheimnis eingeführt worden waren, bestellten wir den Krebsburger und wurden nicht enttäuscht.

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Ein ganzer Krebs. Mit Beinen, Scheren und Panzer. Frittiert und in einem Brötchen. Lecker!

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Von der Seite kann man die Beinchen und Scheren etwas besser sehen. Dazu gab’s frisch zubereitete Zitronenlimonade.

Nach dieser Stärkung gingen wir weiter durch den Spalt der die Insel durchzieht zum Okutsunomiya.

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Die Steilküste im Süden der Insel mit dem Spalt, der die Insel durchzieht.

Zu den Höhlen, die in diesem Teil der Insel liegen sind wir nicht mehr gegangen, sondern haben uns auf den Weg zurück gemacht, um noch ein wenig an den Strand auf dem Festland zu gehen und den heißgelaufenen Füße im Fluten des Pazifik eine Abkühlung angedeihen zu lassen.

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Enoshima in den Fluten des Pazifik.

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Ein Souvenir aus Enoshima: Meeresfrüchtefladen.

Shonan Monorail
Unseren Heimweg traten wir mit der Shonan Monorail, einer hängenden Schwebebahn, an.

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Shonan Monorail.

Besonders an dieser Bahn ist die Fahrt durch zwei Tunnel und eine Steigung von 10% die überwunden werden muss. Von der Endhaltestelle in Ofuna ging es dann zurück nach Tokio.

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Mount Fuji im Sonnenuntergang.

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Die große Kannon-Statue in Ofuna.

 

                            

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