Kamakura – Auf Schusters Rappen die alte Hauptstadt Japans erleben

Gut eine Zugstunde südlich von Tokio liegt Kamakura.
Für eine kurze Zeit (1219-1333) war Kamakura die Hauptstadt Japans und somit kulturelles und politisches Zentrum.

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Relikte aus der Blütezeit
Noch heute ist Kamakura geprägt von seinen Tempeln und Schreinen. Schon einige Male habe ich Ausflüge hierher unternommen, um ein wenig dem Großstadt-Dschungel zu entfliehen und ein wenig Ruhe in Tempeln oder am Meer zu suchen.

Anreise
Von Tokio aus gibt es die Möglichkeit direkt mit der Yokosuka-Line nach Kamakura zu fahren. Oder, mit Umsteigen, mit Tokaido-Line und Shonan-Shinjuku-Line.
Sowohl von der Odakyu-Line als auch von der JR-East gibt Tagespässe für Kamakura und Enoshima mit denen man die lokalen öffentlichen Verkehrsmittel im Bereich Kamakura und Enoshima so oft man möchte benutzen kann. Überdies gibt es im Odakyu-Pass weitere Vergünstigungen für Museen, Geschäfte und Tempel.

Wandern
Interessant ist Kamakura auch für Wanderer. Es gibt einige gut ausgeschilderte Wanderwege, die nicht nur einige Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden, sondern auch abseits der Touristenpfade so einige Überraschungen zu bieten haben.
Einer jener Pfade ist der Daibutsu Hiking Trail (Infos in Englisch). Er führt vom Jochi-ji in Kita-Kamakura zum Daibutsu, der großen Buddha-Statue, vorbei am Zeniarai Benten und dem Genyijama Park.
Der Pfad ist etwa 6km lang und kann, ohne sich den Sehenswürdigkeiten zu widmen, und gute Kondition vorausgesetzt, in 60 – 90 Minuten bewältigt werden. Aber wer will schon hetzen?
Doch bevor wir unsere Wanderung am Jochi-ji starten, besuchen wir die Tempelanlage Engaku-ji.

Engaku-ji
Der Engaku-ji ist, wie ich finde, einer der schönsten Tempel in Kamakura. Er liegt nördlich der Stadt an der Bahnstation Kita-Kamakura. Das Schöne an Engaku-ji ist die Ruhe. Nicht viele Menschen steigen hier aus und somit ist der Tempel nicht so überlaufen.
Der Engaku-ji ist ein Tempel des Zen-Buddhismus.

Eingang zum Engaku-ji.

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Tokei-ji
Auf dem Weg zwischen Engaku-ji und Jochi-ji liegt das ehemalige Nonnenkloster Tokei-ji. In der Edo-Zeit genoss das Kloster einen Sonderstatus als extraterritoriales Gebiet und unterlag nicht der Jurisdikation. Frauen konnten hier Zuflucht suchen, wenn sie sich von ihrem Mann scheiden lassen wollten.

Jochi-ji
Wenn wir den Tokei-ji verlassen, kommen wir nach kurzer Zeit zum Jochi-ji. Hier befindet sich der Eingang zum Wanderpfad.

Genyijama Park
Wir verlassen das Tempelgelände und gehen parallel den Weg hinauf und lassen uns von den Schildern zum Genyijama Park führen. Hier machen wir eine kleine Rast.

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Zeniarai Benten Schrein
Ein paar Wegminuten vom Genyijama Park entfernt liegt der Zeniarai Benzaiten Ugafuku oder kurz Zeniarai Benten Schrein. Durch einen Tunnel im Fels erreicht man den Shinto-Schrein. Er ist besonders populär, da einer in einer Höhle gelegenen Quelle die Kraft nachgesagt wird, dass Geld, welches darin gewaschen wurde, sich vermehren wird.

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Kotoku-in mit dem Daibutsu
Und schon sind wir am Ziel unserer kleinen Wanderung: der großen Buddha-Statue im Kotoku-in. Dieser Amida-Buddha, ist aus einzeln gegossenen Bronzeplatten zusammengesetzt. Mit einer Höhe von 13,35 m bringt er ein Gewicht von gut 121 t auf die Waage. Dass der Buddha heute im Regen steht, ist einem Tsunami im Jahre 1498 zu verdanken. Die Halle, die bis zu jenem Tag den Buddha schützte wurde bis auf die Grundmauern zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Der große Buddha.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Der große Buddha.

Auf dem Weg vom Daibutsu zur Haltestelle der Enoden-Line, einer kleinen Tram-Bahn entlang der Küste von Kamakura nach Enoshima, ist es nur ein Katzensprung zum Hase-dera-Tempel.

Hase-dera
Hase-dera ist einer der größten buddhistischen Tempel in Kamakura. An einen Hang gebaut bietet er zwei Ebenen. Auf der oberen Eben befindet sich die Haupthalle mit der Kannon-Statue, der größten ihrer Art in Japan mit einer Höhe von 9,18m.
Nicht weniger imposant ist der Blick von der oberen Eben auf die Bucht von Kamakura. Doch man sollte vorsichtig sein. Die allgegenwärtigen Raubvögel haben es gerne auf das abgesehen, was Besucher für eine kurze Rast mitgebracht haben.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Hasedera Tempel.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Hasedera Tempel.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Hasedera Tempel.
Auf dem Weg hinunter zur unteren Ebene kommt man am Inari-Schrein und der Jizo-do vorbei. Rund um diesen stehen tausende kleine Jizo-Figuren. Jede dieser Figurinen repräsentiert ein Kind, das unter dem Schutz der Jizo steht. In früherer Zeit stellten Eltern diese Figuren auf, damit Jizo über ihren Nachwuchs wache. Heute kommen Eltern, die eine Fehlgeburt oder Totgeburt erlitten haben und stellen Figuren auf, damit Jizo über die Seele des verstorbenen Kindes wachen kann. Mit diesem Hintergrund bekommt der Anblick all dieser Figuren etwas Beklemmendes.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Hasedera Tempel.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Hasedera Tempel.

Enoden-Line
Zurück nach Kamakura geht es dann mit gemütlichen Tram-Bahnen der Enoden-Line.

Trip nach Kamakura und Enoshima. Trip nach Kamakura und Enoshima. Enoden-Line.

 

 

 

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