„Olle Kamellen Reloaded“: Bohol – Ferien im Paradies

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Auch wenn ich nicht so oft auf die Philippinen fliegen kann, wie ich gerne wollte, ist mir dieser Inselstaat in Südost-Asien so etwas wie eine, sagen wir mal, dritte Heimat geworden. Auf einer meiner wenigen Besuche haben wir einen Kurz-Trip auf die Insel Bohol unternommen. Auch wenn Bohol touristisch weniger bekannt ist als zum Beispiel Boracay, hat es deshalb nicht weniger Reizvolles zu bieten. Aber lest selbst:

Ich weiß, ich weiß, ich habe schon lange nichts mehr verfasst. Ab und zu muss auch mal die Wissenschaft den Vortritt bekommen. Und wenn man ihr den kleine Finger reicht, nimmt sie gleich alles, was sie kriegen kann.
Nach ein paar anstrengenden Wochen harter Arbeit und dem neuerlichen Besuch der Eltern im Land der aufgehenden Sonne war es mal wieder an der Zeit ein paar Tage auszuspannen und ein wenig Zeit mit der Liebsten unter den Frauen zu verbringen. Also auf zu den Philippinen! Der Flug mit Cathay Pacific führte via Hong Kong nach Manila. Nach der Landung und allen typischen Einreiseformalitäten, sah ich schon von Weitem mein Begrüßungskomitee. Mit riesigem blauen Luftballon. Schon schön, so herzlich begrüßt zu werden.
Nach einer längeren Autofahrt nach San Mateo, war der Abend kulinarisch geprägt. All diese Köstlichkeiten nur für mich gekocht. Schrimps, Schnecken, Hühnchen, Reis und natürlich ganz wichtig: frische Mangos. In rauen Mengen! Das Paradies!
Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Konsums. Zumindest in jenem Tempel des Konsums, der unter dem Namen MOA (Mall of Asia), das wohl größte Einkaufszentrum im asiatischen Raum. Mit Kino, Eisbahn und mehreren hundert Geschäften. Ein Paradies zum einkaufen. Doch dies sollte nur Vorbereitung sein auf das, was am folgenden Tage kommen sollte: Ein Kurztrip nach Bohol. Eine Insel im Süden der Philippinen, zwischen Cebu und Mindanao. Schon früh ging es zum Inlandsflughafen Manilas. Endlich in der Maschine sitzend durften wir noch zwei Stunden bis zum Abflug auf dem Rollfeld warten. Was bei einer Gesamtflugzeit von einer Stunde nicht wirklich schön ist. Letztendlich sind wir dann doch gestartet und Richtung Süden geflogen. Über jede Menge kleiner und großer Inseln, weiße Strände und türkis-blaues Wasser.

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Ankunft am Flughafen Tagbilaran auf Bohol.

 In Tagbilaran, der Hauptstadt Bohols, gelandet, stand schon unser Wagen mit Fahrer bereit, um uns zu den Sehenswürdigkeiten der Insel zu bringen.
 
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Zum Terminal kann man ja auch mal laufen. Ist ja schönes Wetter.

Erster Zwischenstopp: Loboc River. Hier bestiegen wir eines der Boote und starteten zu einer gut einstündigen Kreuzfahrt entlang des von dichtem Regenwald gesäumten Fluss. Während nun die atemberaubende Landschaft an uns vorbei zog, nahmen wir ein üppiges Mittagessen zu uns.
 
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Kreuzfahrt auf dem Loboc River.

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In diesen Botten ging es auf den Fluss.

Stellenweise unterhalten durch Dorfbewohner, die folkloristische Tänze und Musik am Ufer boten.
 
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Zu einer guten Kreuzfahrt gehört natürlich auch gutes Essen.

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Tanzdarbietung der Dorfbewohner entlang des Loboc River.

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Wirklich ein idyllisches Fleckchen Erde.

Wieder am Ausgangspunkt der Fahrt angekommen ging es mit dem Auto direkt weiter zur wohl zweitberühmtesten Sehenswürdigkeit Bohols: den Chocolate Hills.
 
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Chocolate Hills: Die Schokoladen-Hügel. Benannt nach ihrer schokoladigen braunen Färbung.

Diese nahezu perfekt geformten Hüte stellen Relikte aus der Zeit dar, als dieser Bereich der Philippinen noch unter Wasser lag und ein riesiges Riff bildetet. Über 2000 dieser bräunlich gefärbten Hügel sind in der Mitte Bohols zu finden. Eine wirklich tolle Landschaft.
 
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„Die sind soooo hoch!“

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Wirklich eine beeindruckende Landschaft. Geformt in Jahrtausenden.

Über die Bambus-Hängebrücke und eine der ältesten Kirche der Philippinen ging es zu den Koboldmakis (Tarsier).
 
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Auf der Bambus-Hängebrücke.

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Baclayon Church.

Diese kleinen, nachtaktiven Primaten mit den riesigen Augen findet man nur hier. Und sie sehen einfach zum Knuddeln aus.
 
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Ein kleiner, knuddeliger Koboldmaki…

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… und sein etwas grimmig dreinschauender Kollege.

Am späten Nachmittag ging es dann zum Beach-Resort, in dem wir die nächsten zwei Nächte verbringen sollten. Direkt am palmengesäumten Strand. Funktional in der Ausstattung dafür aber nur 20m zum weißen Sandstrand.
 
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Der feine, weiße Sandstrand vor dem Resort.

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Leckerer Fisch zum Abendessen.

Der eigentliche Höhepunkt der Reise stand jedoch am nächsten Morgen bevor. Und zwar sehr früh. Um sechs Uhr sollte unser Boot vom Strand ablegen und uns zu den Delfinen, zum Schnorcheln und Island-Hopping bringen. Jedoch mussten wir noch ein wenig warten, da uns zu diesem Ausflug eine weitere Gruppe junger Menschen begleiten sollte. Und diese sechs (fünf Mädel, ein Junge) sorgten gleich für ein wenig Verzögerung bei der Abfahrt, da sie, in guter philippinischer Manier, erst einmal ausgiebig am Strand posen mussten.
 
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Posing am Strand muss sein.

Nichtsdestowenigertrotz ging es gut gelaunt in Richtung der Delfine. Und wir haben sie gesehen! Eine Schule von etwa 10-15 Tieren. Ganz nahe an unserem Boot. Wundervoll! Dafür hat sich das frühe aufstehen wirklich gelohnt.
 
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Mit einem traditionellen Auslegerboot, ähnlich diesem hier, machten wir uns auf die Suche nach den Delfinen.

Nach diesem Erlebnis ging die Reise weiter zur Virgin Island. Einer kleinen, nahezu kreisrunden Insel mit einem Riff drummerum. Hier angelandet wurden wir in Schwimmwesten gesteckt, mit Schnorchel und Maske ausgestattet und zur Riff-Kante gerudert. Das Wasser hier war etwa 2-3m tief und mit einigen Korallen bestanden, um die sich eine große Anzahl kleiner und großer, bunter Fische tummelte. Die Abbruch-Kante dahinter war sehr steil und führte in eine nicht enden wollende Schwärze. Von Zeit zu Zeit tauchte daraus ein großer Fisch auf um gleich darauf wieder in der Dunkelheit zu verschwinden.
 
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Entlang der Küste zurück zum Resort.

Nach gut eineinhalb Stunden schnorcheln ging es weiter auf die nächste Insel. Einer der Gründe warum diese Praktik auch als Insel-Hüpfen, oder Neudeutsch „Island-Hopping“ bezeichnet wird. Allerdings machte uns diesmal das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die nächste Insel zeichnete sich dadurch aus, dass sie wie eine Kaulquappe geformt ist und ein einen gut 200m langen Sand-“Schwanz„ besitzt, der knapp unter der Wasseroberfläche liegt und dem man weit ins Meer hinein folgen kann. Schon beim anlanden fing es an zu tröpfeln. Und als wir uns gut und gerne 100m vom Boot entfernt hatten, fing es richtig an zu schütten. Innerhalb kürzester Zeit waren wir alle pitschnass. Was allerdings nichts ausmachte, da wir eh nur Badesachen trugen. Und so blieben wir im Wasser, weil es dort wärmer war als draußen. Nach gut zehn Minuten war das Gewitter vorüber gezogen, die Sonne kam heraus und die Fahrt ging zurück zum Resort. Vorbei an den palmengesäumten Stränden Bohols.
 
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Palmen, Sand und Meer.

Für den Nachmittag war nichts weiter geplant, so dass wir beabsichtigten diesen am Strand zu verbringen. Ein Anruf vor dem Mittagessen machte dies jedoch zunichte. Unser Reiseorganisator hatten einen Fahrer für uns frei, der mit uns das eigentlich für den nächsten Vormittag vorgesehene Programm durchführte. Am Anfang stand die „Bohol Bee Farm“, die Bienenfarm.
 
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Auf einer Bienenfarm gibt es natürlich auch Bienen. Und leckeren Honig.

Diese von einer Organisation getragene Einrichtung setzt sich für die nachhaltige Nutzung lokaler Ressourcen ein. So werden hier Kräuter gezüchtet, die Bienen zur Bestäubung der Bäume und Blumen eingesetzt und Textilien und Alltagsgegenstände aus den Fasern lokaler Pflanzen hergestellt.
 
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Gemüse, Blumen und Kräuter aus biologischem Anbau.

Eine Besonderheit hier ist der im angegliederten Hotel/Restaurant gereichte Blumensalat und das berühmte Halo-Halo.
 
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Blumensalat. Farbenfroh und mundend.

Von der Bienenfarm aus ging über einen kleine Privatzoo zu einer weiteren Attraktion, einer Höhle, die tief in den Korallenstock der Insel hineinführt. Und dies war echt ein Highlight. Ein junger Mann namens Ray führte uns in die Unterwelt. Er nahm unsere Kamera und spielte mit Verschlusszeiten und ISO-Einstellungen herum und machte sensationelle Fotos von uns in der Höhle. Er zeigte uns, wo genau wir stehen müssen und wo wir hinzuschauen haben, um die Schönheit der Höhle wirklich genießen zu können.
 
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Impressionen aus der Höhle – 1.

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Impressionen aus der Höhle – 2.

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Impressionen aus der Höhle – 3.

Und so ging auch der Nachmittag zur Neige. Nach dem Abendessen haben wir noch eine zeitlang am Strand gesessen, die Sterne beobachtet und dem Rauschen der Wellen gelauscht.
Der letzte Tag war dann von Ausruhen am Strand geprägt. Schwimmen, Sonnenbaden, Schwimmen, Schnorcheln usw.
 
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Der „Blut-Vertrag“. Geschlossen zwischen den spanischen Eroberern und den Filipinos als Zeichen der Freundschaft.

Gegen Mittag wurden wir abgeholt und nach Tagbilaran gefahren, wo wir noch ein wenig Zeit mit Halo-Halo im Einkaufszentrum verbrachten. Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach Manila.
 
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So muss Urlaub sein!

Als Fazit lässt sich sagen, dass dies einer der schönsten Urlaube der letzten Jahre war. Ich habe noch nie so türkis-farbenes Wasser, so feinsandige weiße palmengesäumte Strände gesehen. Leider war die Zeit viel zu kurz. Aber es war sicherlich nicht mein letzter Besuch auf den Philippinen. Es warten noch 7700 weitere Inseln darauf, von mir entdeckt zu werden.
 
Leider muss ich an dieser Stelle Unerfreuliches notieren: Am 15. Oktober 2013 ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 7,2 in der Nähe Bohols und traf die Insel schwer. Es gab über 200 Tote zu beklagen und viele Menschen verloren ihr Heim. Auch viele der von mir beschriebenen Sehenswürdigkeiten wurden beschädigt oder zerstört. Und wäre das Alles noch nicht genug gewesen, wurden Bohol und die umliegenden Inseln knapp drei Wochen später vom Super-Taifun „Haiyan“ oder „Yolanda“, wie er auf den Philippinen hieß, heimgesucht.
Allerdings kann ich auch sagen, dass sich seitdem viel getan hat, wie uns unsere ehemaligen litauischen Nachbarn nach ihrem Besuch im Jahre 2015 mit tollen Bildern beweisen konnten.

Ich freue mich auf Kommentare!