Sommeraktiviäten in Tokio – Zweiter Teil

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Das „German Village Tokyo“
Ein weniger bekanntes Ausflugsziel in der Präfektur Chiba, nicht weit entfernt von Tokio, ist der Vergnügungspark „German Village Tokyo„. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um einen Park mit dem Grundthema „Deutschland“. Die Häuser sind im Fachwerkstil gehalten, es wird Marschmusik (inklusive der deutschen Nationalhymne) gespielt und es wird deutsches Bier und deutsche Wurst gereicht.

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Der große Spielplatz im deutschen Dorf.

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(Mini)Golf mal anders: Mit einem Putter über einen 18-Loch-Platz. Ein großer Spaß für Groß und Klein.

Wir wurden von unseren philippinisch-japanischen Freunden eingeladen den ersten „Tag der Berge“ im deutschen Dorf zu verbringen. Und so begaben wir uns morgens auf den Weg nach Chiba. Glücklicherweise mit dem Auto, denn der Park ist nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

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Der Marktplatz. Das Zentrum des deutschen Dorfes. Mit Kirche und kleinen Läden.

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Natürlich darf auch deutsches Bier nicht fehlen. Auch wenn das Bier authentisch ist; der Preis ist es nicht…

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Das funktioniert nur in japanischen Restaurants: Man muss das Essen selber zubereiten.

Angekommen in den weiten der Hügellandschaft Chibas, parkten wir das Auto an einem großen Spielplatz und ließen den mitreisenden Kindern ihren Lauf, während wir Erwachsenen uns auf unsere Decken setzten und dem Treiben zusahen.

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220 Meter ist diese Wasserrutsche lang. Ich hatte meinen Spaß. Nur der arme Mann, der mich am Ende abbremsen mußte, war etwas verängstigt, da er sonst nur Kinder abfangen muß.

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Müde Krieger nach dem Rumtollen.

Den restlichen Tag verbrachen wir mit Golf spielen, auf der 220 Meter langen Wasserrutsche, bei Würstchen und Weißbier und deutschen Gesellschaftsspielen.

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Deutsches Dorf – Deutsche Produkte: Schwartau für 6 Euro. Pro Glas…

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Das große Blumenfeld.

Höhepunkt war das am Abend stattfindende Feuerwerk, welches wir aus erhöhter Position von der großen Wiese vor dem deutschen Dorf aus genießen konnten.
In weniger als einer Stunde ging es durch den Aqua-Line Autobahntunnel zurück nach Hause.

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Abendliche Beleuchtung. Kitschig, aber auch irgendwie schön…


Nagano – Heiße Quellen im heißen Sommer

Von einer ganz anderen Art war unser Kurztrip in die Präfektur Nagano. Namentlich in die kleine Stadt Iida. Nach einigen Umplanungen machte sich fast dieselbe Reisegruppe wie schon zum German Village nun auf den Weg nach IIda. Nachdem alles Gepäck und alle neun Leute im Wagen verstaut waren, ging es gegen Mitternacht los.
Gegen vier Uhr morgens erreichten wir einen Rastplatz nahe Iida und warteten dort bei Udon und Olympia auf den Tagesanbruch.

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Morgengrauen in Nagano.

Am Haus der Familie Sonohara angelangt, bestand unsere erste Amtshandlung darin, den seit einem Jahr nicht mehr gepflegten Garten von sämtlichen Unkraut und auch allen anderen Bäumen und Blumen zu befreien. Diese Arbeit war mit vielen Händen in gut zwei Stunden geschafft. Zu diesem Zeitpunkt war es gerade einmal neun Uhr am morgen.
Und was tut man nach einer schweißtreibenden Arbeit? Richtig: Man besucht einen Onsen, um sich zu entspannen und zu waschen.

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Eingang zum Onsen „Heißes Wasser des Kosmos“.

Unser erster Onsen trug den schönen Namen „Heißes Wasser der Kosmos“ oder コスモスの湯 auf Japanisch. Wobei sich der Name weniger auf die weiten des Alls als vielmehr auf die üppig wachsenden Blumen gleichen Namens bezieht.

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Kosmeen oder Schmuckkörbchen. Die Blumen nachdem der Onsen benannt ist.

Exkurs:
Onsen – japanisch für eine heiße Quelle.
Heutzutage wird das Wort Onsen auch Synonym für ein Hotel oder ein Badehaus mit eigener heißer Quelle verwendet. Zu den Gepflogenheiten eines Onsens gehört, das es keine Badebekleidung gibt, Frauen und Männer getrennt baden und man sich gründlich wäscht, bevor man den eigentlichen Onsen betritt.

Auch wenn es sich verstörend anhört, auch an einem heißen Sommertag kann man in einem heißen Bad herrlich entspannen. Besonders, wenn man sich im Open-Air-Becken die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kann, während man das Panorama der südlichen japanischen Alpen genießt.
Derermaßen gereinigt und entspannt war das nächste Ziel das Soba-Castle (Soba no Shiro). Hier stand die nächste Herausforderung auf dem Plan: Die Soba-Challenge. Für einen Preis von 1400 Yen gab es All-You-Can-Eat Soba. Die Challenge besteht darin, so viele Tabletts Soba zu essen wie möglich. Wer mehr als drei Tabletts schafft, bekommt einen Preis. Ich habe fünf geschafft. Und stand damit nur drei Tabletts hinter Sonohara-san.

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Das Soba-Castle. Im Erdgeschoss werden Süßigkeiten und eingelegtes Gemüse verkauft. Im Obergeschoss befindet sich das Restaurant.

Exkurs:
Soba sind grau-bräunliche Buchweizen-Nudeln. Die bekanntesten Soba kommen aus Nagano. Sie werden warm oder kalt gegessen, meist mit einer Brühe mit Sojasoße und Frühlingszwiebeln.

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Trotz der fünf Tabletts ist der Wettkämpfer noch guter Dinge.

Mein Gewinn war ein Gratisessen beim nächsten Besuch.
Den restlichen Tag verbrachten mir mit ein wenig Sightseeing und weiteren Aufräumarbeiten im Haus, bevor es vor dem Essen in einen anderen Onsen ging: Hot Apple. Jetzt am späten Abend war dieser Onsen gut besucht und wir brauchten eine Weile, bis wir in einem der drei Außenbecken einen Platz finden konnten. Und da soviel heißes Wasser hungrig macht, beschlossen wir den Abend bei Yakiniku (gegrilltem Fleisch).

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Butterweiches Rindfleisch.

Schon am nächsten Tag stand unsere Abreise auf dem Programm, nicht jedoch ohne vorher in die Berge oberhalb von Iida zu fahren und das Panorama zu genießen. Als weiterer Punkt stand das Mizuhiki Handwerksmuseum auf dem Plan.

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Das Mizuhiki Handwerksmuseum.

Exkurs:
Mizuhiki sind dünne bunte Schnüre mit einen Kern aus japanischem Washi-Papier, die hauptsächlich als Dekoration für formelle Grußkarten verwendet werden. Die traditionellen Mizuhiki werden nur noch in Iida gefertigt.

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Der Mizuhiki-Meister lehrt die Anfertigung von Armbändern.

Hier wurden uns von einem der letzten Mizuhiki-Meister das Handwerk erklärt. Auch die Skulpturen, die er aus Mizuhiki gefertigt hatte, waren sehr sehenswert und sehr teuer.

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Traditionelle Hinamatsuri-Puppen aus Mizuhiki gefertigt.

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Dieses Schiff ist besteht gänzlich aus Mizuhiki und ist fast einem Meter hoch.

Unsere Heimfahrt nach Tokio wurden dann noch zweimal unterbrochen:
Erstens in Suwa am Suwa-See. Hier machten wir Stop am Katakurakan-Onsen. Dieser wurde von einem japanischen Architekten im Stile eines römischen Bades gebaut. Besonderheit hier ist, dass das Bad sehr tief und der Boden mit schwarzen Kieselsteinen ausgelegt ist. Somit bleibt das Wasser immer heiß, auch wenn viele Menschen das Wasser beim Verlassen des Bades mit hinausnehmen.

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Fassade des Katakurakan-Onsen.

Den zweiten Stop machten wir in Kofu. Hier begaben wir uns zum Abendessen in das Udon-Restaurant Kosaku.

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Im Inneren des Udon-Restaurants „Kosaku“. Traditionell wir an niedrigen Tischen auf Tatami-Matten sitzend gespeist.

Exkurs:
Udon sind dicke, weiche Nudeln aus Mehl, Salz und Wasser. Sie sind die dicksten Nudeln der japanischen Küche und werden heiß oder kalt, gedippt oder in Brühe oder Soße gegessen.

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Udon mit frischem Berggemüse in einem Eisentopf serviert.

In diesem traditionellen Restaurant legt man beim Eintritt seine Schuhe ab und nimmt dann an niedrigen Tischen auf Tatami-Matten platz. Unser Mahl bestand aus einen heißen Udon-Topf mit frischem Berg-Gemüse und frittierten Grillen.

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Knackig gegrillte Grillen.

So gestärkt nahmen wir den 18km langen Stau kurz vor Tokio in Angriff und erreichten unsere Heimstatt erst weit nach Mitternacht.
Es war eine kurzer, aber sehr erholsamer und entspannender Trip mit sehr gutem Essen.

Goldfisch-Ausstellung unterm SkyTree
Der Goldfisch hat in Japan einen besonderen Stellenwert. Er ist ein Zeichen für eine friedvolle Zeit ohne Konflikte und Kriege. Denn nur wenn man nicht kämpfen muss, hat man Zeit sich Goldfischen zu widmen.

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Eingang zum Sumida Aquarium.

In diesem Jahr hat das Sumida-Aquarium am SkyTree eine spezielle Ausstellung zum Thema Goldfische. Wir haben uns diese Ausstellung und auch das Aquarium selbst angesehen.

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Die große Halle im Sumida-Aquarium mit dem Pinguinbecken und der Ausstellungsfläche für die Golfische.

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Goldfische, sogar unter der Decke hängend.

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Goldfische gibt es in vielen Formen und Farben.

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Goldfische sind ein Zeichen von Ruhe, Frieden und Verbundenheit.

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Traditioneller Verkaufswagen für Goldfische.


E-Boat Rennen in Odaiba

Wie schon in den vorangegangenen Jahren fand auch dieses Jahr wieder das E-Boat-Rennen in Odaiba statt. Weder der herannahende Taifun noch ein Niesel-Schauer konnten die gut 30 Teams davon abbringen, im Paddel-Wettkampf gegeneinander anzutreten.

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Morgens um kurz nach 8:00 Uhr. Vorbereitungen für den Probelauf.

Unser Rumpf-Team wurde in diesem Jahr durch ein paar Frischling aufgefüllt, da durch Umzug, Gäste oder sonstige fadenscheinige Ausreden nicht die komplette Mannschaft des Vorjahres antreten konnte.  

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Kurz vor dem Start zum ersten Rennen.

Trotz, oder wegen, des neu zusammengestellten Teams konnten wir in beiden Rennen ein Zeit von unter zwei Minuten erreichen. Somit landeten wir wie immer im guten Mittelfeld.

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Ergebnislisten der beiden Läufe. 1:59.10 im ersten Rennen, 1:57,41 im zweiten Rennen.

Und so geht ein heißer, stürmischer und ereignisreicher Sommer in Japan dem Ende entgegen. 

Mehr und ausführlichere Geschichten von Anna (wie immer in Englisch) über das deutsche Dorf, den Trip nach Iida, die Goldfischausstellung sowie von mir über das letztjährige E-Boat Rennen gibt es unter den Links.

Ich freue mich auf Kommentare!